Bluthochdruck und Diabetes

Bluthochdruck und Diabetes

Sehr viele Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, kämpfen auch mit ihrem Blutzucker. Betroffen sind sowohl Typ-1 Diabetiker (Insulinmangel) als auch Typ- 2 Diabetiker (Insulinresistenz bei Übergewicht). Blutdruckwerte von über 140 systolisch und 90 diastolisch finden sich demnach bei zumindest der Hälfte aller Zuckerkranken.

Umgekehrt haben Bluthochdruck-Kranke ein 2,2 fach erhöhtes Risiko innerhalb von fünf Jahren zum Diabetiker zu werden. Beide Krankheiten im gleichen Körper gehen mit der großen Gefahr eines kardiovaskulären Ereignisses wie Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Halten Sie sich vor Augen: Typ-2-Diabetiker senken mit dem Blutdruck also auch ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod, Herzleiden, Schlaganfälle oder Augenerkrankungen.

Von Zuckerkranken angestrebt werden sollte ein Blutdruck von 130-139 / 70- 79 und in jüngerem Alter bei guter Verträglichkeit sogar systolische Werte von 120-129 mmHg. Neben medikamentösen Maßnahmen legt man übergewichtigen Diabetikern besonders eine Änderung des Lebensstils ans Herz. Die Abnahme von etwa 8 kg Übergewicht konnte die Blutdruckwerte nach einem Jahr um 5/2 mmHg senken. Wer 15% seiner überflüssigen Kilos verlor, senkte den systolischen Blutdruck sogar um 10 mmHg!

Bluthochdruck – Behandlung: Medikamente

Bluthochdruck – Behandlung: Medikamente

Sollte die Änderung des Lebensstils keine Wirkung zeigen, verschreibt Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich Arzneien. Die Palette an Medikamenten gegen Hypertonie ist groß, folgende Wirkstoffe sind meist Mittel der Wahl:

Diuretika: harntreibende Medikamente, mit deren Hilfe Wasser und Salz vermehrt ausgeschieden werden. Das verringert das Blutvolumen und lässt so den Blutdruck sinken.

ACE-Hemmer oder AR-Blocker (Sartane): erweitern die Gefäße und senken so den Blutdruck.

Kalziumantagonisten: verringern die Wandspannung der Gefässe und bewirken eine Gefäßerweiterung

Betablocker: dämmen die Wirkung von Stresshormonen ein. Sie wirken über das vegetative Nervensystem (steuert lebenswichtige Körperfunktionen).

Um das für Sie geeignete Medikament zu finden und auszuwählen, braucht Ihr Arzt genaue Informationen. Geben Sie an, welche Arzneien Sie zusätzlich nehmen, an welchen Erkrankungen Sie leiden oder ob Allergien etc. vorliegen. Als Standard gilt derzeit die so genannte Kombinations-Therapie. Das bedeutet, es werden häufig Kombinationspräparate verschrieben.

Da jeder Patient anders auf die Wirkstoffe reagiert, sollte der Arzt die Verschreibung so lange anpassen, bis eine dauerhafte Blutdrucksenkung eintritt. Es kann also passieren, dass Sie die Medikamente öfter wechseln oder die Dosis erhöhen müssen. Ganz wichtig ist, dass Sie Ihre Therapie auf keinen Fall ändern oder abbrechen, selbst, wenn Sie Ihre Krankheit gar nicht bemerken oder den Erfolg der Behandlung anzweifeln. Bedenken Sie, dass die Phase der Medikamentfindung bei Bluthochdruck etwas Zeit in Anspruch nehmen kann, werden Sie nicht ungeduldig! Die Arzneimittel sollten stets zur gleichen Zeit eingenommen werden. Am besten, Sie schaffen hier rasch Routine, um die Einnahmen nicht zu vergessen.

Bluthochdruck – Behandlung: Weniger Stress!

Bluthochdruck – Behandlung: Weniger Stress!

Stress kann vielfältige Ursachen haben: Unter Druck geraten wir durch Arbeit, Familie, Stau im Morgenverkehr. Das ist naturgemäß nicht immer beeinflussbar. Wird jedoch das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, führt das zu Bluthochdruck. Ob das dauerhaft so bleibt, ist nicht gesagt, da keine eindeutigen Studien dazu existieren.

Fest steht aber: Übermäßiger Stress ist ungesund. Deshalb sollte man sich Strategien zurechtlegen, um damit besser umzugehen. Mittlerweile gibt es verschiedenste Trainingsmethoden zur Bewältigung des täglichen Drucks wie Yoga, Meditation, autogenes Training  oder Biofeedback. Wichtig auch: Ausreichend Schlaf, Bewegung und soziale Kontakte. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen gut tut und Sie entspannt!

Bluthochdruck – Behandlung: Weniger Salz!

Bluthochdruck – Behandlung: Weniger Salz!

Salz ist natürlich lebenswichtig für den Körper, wir benötigen aber nur ganz wenig davon! Ein Erwachsener sollte nicht mehr als 5 Gramm (1,5 TL) pro Tag zu sich nehmen. Warum? Salz bindet Wasser und wird über die Nieren ausgeschieden. Die Filterorgane können jedoch nur eine begrenzte Menge an überschüssigem Salz ausscheiden. Befinden sich zu große Mengen davon im Organismus, steigt der Blutdruck, damit diese Aufgabe bewältigt werden kann.

Achten Sie auf verstecktes Salz! Bei genauem Hinsehen merkt man, wo es überall enthalten ist: Sojasauce, Ketchup, Senf, fast allen Fertigprodukten, Fertig-Dips, Salatsaucen, Dosengemüse, Knabbergebäck und Chips. Beachten Sie die Angaben auf der jeweiligen Verpackung. Ist ein Natrium- oder Salzgehalt angegeben? Ein Gramm Natrium entspricht 2,5 Gramm Kochsalz. Setzen Sie auf Alternativen und würzen Sie Ihre Speisen vermehrt mit Kräutern!

Bluthochdruck – Behandlung: Mehr Bewegen!

Bluthochdruck – Behandlung: Mehr Bewegen!

Regelmäßige Aktivität macht Hypertonie unwahrscheinlicher. Bewegung stärkt den Herzmuskel, erweitert die Arterien und unterstützt den Gewichtsverlust. Das alles trägt zu einem niedrigen Blutdruck bei. Wer sich regelmäßig sportlich betätigt, also pro Woche drei Mal etwa 30 bis 45 Minuten, vermag diesen um 5 bis 10 mmHg zu senken.

Übertreiben Sie es anfangs jedoch nicht, vor allem, wenn sie schon länger nicht aktiv waren. Je nach Höhe Ihres Blutdrucks am besten zunächst mit leichtem Ausdauertraining beginnen. Auch Krafttraining darf ausgeführt werden. Vermeiden Sie jedoch schwere Gewichte, da übermäßige Belastungen ungünstig sind. Gut geeignet sind hingegen jene Sportarten, die keinen plötzlichen Blutdruckanstieg verursachen. Am besten beraten lassen, um die für den individuellen Leistungsstand geeignete Sportart zu finden. Empfohlen werden Nordic Walking, Wandern und Radfahren. Doch auch Alltagsbewegung zählt! Deshalb Stiegen steigen statt den Aufzug zu benutzen, zu Fuß einkaufen oder zur Arbeit zu gehen. Das hilft, den Blutdruck in den Griff zu bekommen.

Bluthochdruck – Behandlung: Weniger Gewicht!

Bluthochdruck – Behandlung: Weniger Gewicht!

Jedes Kilo, das Sie zuviel mit sich herumtragen, erhöht den Blutdruck um 1mmHg! Deshalb Übergewicht reduzieren, denn je dicker Sie sind, desto höher schießt der Blutdruck.

Um zu erkennen, welches Gewicht Sie in etwa anstreben sollten, ist es ratsam, den so genannten BMI (Body Mass Index) zu errechnen. Dieser berechnet sich folgendermaßen: Gewicht dividiert durch Grösse in Meter und noch einmal durch Grösse in Meter, zum Beispiel:

Gewicht: 65 kg
Körpergröße: 1,65 m
BMI: 65 / (1,65 x 1,65) = 23,9

Ein BMI von 20 bis 25 gilt als normal. Natürlich stellt dieser Wert nicht das einzig relevante Kriterium dar. Auch wo das Fett im Körper „sitzt“, ist ausschlaggebend. Wer mit einem dicken Bauch kämpft, hat ungesünder zu „tragen“. Dieses Fett ist stoffwechselaktiv und fördert Ablagerungen in den Blutgefäßen.

Mit dem Abnehmen tun sich die meisten Menschen schwer, aber der Erfolg zahlt sich aus, wirkt er sich doch sofort auf den Blutdruck aus! Versuchen Sie, Ihre Ernährung umzustellen. Greifen Sie vermehrt zu Gemüse, Obst, pflanzlichen Fetten und Vollkorn-Getreide. Verzichten sollten Sie eher auf tierische Fette, Fleisch (vor allem rotes Fleisch) und Süßes. Diese Art der Ernährung hat sich bei Hypertonie-Patienten bewährt, denn Obst und Gemüse enthalten viel Kalium, das dazu beiträgt, den Blutdruck zu senken.

Die so genannte DASH-Diät (Dietary Approaches to stop Hypertension), eine speziell für von Bluthochdruck Betroffene entwickelte Ernährungsweise enthält außerdem die Anweisungen, keine gesüßten Getränke oder Alkohol zu sich zu nehmen. Auch zu viel Fett in der Nahrung muss der Vergangenheit angehören, da es zu Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) führt und den Blutdruck steigen lässt. Besser mit Pflanzenölen und ungesättigten Fettsäuren kochen. Das schützt die Gefäßwände.